Pen & Paper Raum

von lars

Wurde ja langsam Zeit… Viele wissen es nicht, aber ich spiele schon seit knapp 5 Jahren das Fantasy Pen&Paper Rollenspiel Midgard. Und aus diversen Gegebenheiten kam ich nun dazu, mir endlich einen eingenen Raum für unsere Spielesitzungen einzurichten. Den „Fertigungsprozess“ wenn man ihn denn so nennen kann, möchte ich euch hier visuell darlegen! 😉

(Eine Auflistung meiner Kosten ist am Ende dieses Posts zu finden)

Die Idee bekam ich bereits vor längerem. So entwurf ich nach einigen Beispielen aus dem Internet, einen ersten Entwurf mit dem kostenlosen Program Autodesk 123D Design.
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Vor wenigen Wochen hatten wir mein altes Baumhaus (aus dem ich schon längst herausgewachsen war) abgerissen. Die alten morschen Bretter sollten sich ideal für meine Zwecke eignen! 😉
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Eine alte Eckbank sowie ein alter Tisch meines verstorbenen Großvaters waren wohl die entscheidenden Beweggründe, warum ich mir schließlich einen solchen Raum überhaupt einrichten wollte. Hier das Konzept (Tag 1):
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In den Tisch sollte ein alter dicker Fernseher eingebaut werden. Der wird sich ideal für Karten oder anderes nutzen lassen 😉 Er steht hier auf einem Drehteller, den ich aber schnell wieder in den Schrank habe wandern lassen, da der Kontrast bei dieser Höhe nicht mehr hinnehmbar war, und das „Drehfeature“ nicht unbedingt einen Vorteil bietet. Im Hintergrund sind einige gerettete Bretter zusehen, die ich zum Trocknen in die Werkstatt geholt habe.
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Aus den Brettern hatte ich nun vor, eine Wand damit zu verkleiden. Hier habe ich sie zum vollständigen Trocknen aufgebaut an die Heizung gestellt. Deren unterschiedliche Länge war allerdings ein Problem…
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Tag 3: Also habe ich kurzerhand Freundschaft mit der Kreissäge geschlossen. So wurden alle Bretter fix zurecht geschnitten – wer hätte einem Informatiker sowas zugetraut 😉
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Um zu sehen, ob es wirklick gut aussieht habe ich die ersten geschnittenen Bretter mal in den Raum platziert… Joa. So könnte es gehen…
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Es war zwingend erforderlich, dass ich die Sache mit dem Tisch etwas professionell plane. Also wieder ran an 123D. Ich plante den Tisch etwas massiver wirken zu lassen, indem ich (gerettete) Bretter an den Seitenkanten anbringe. Den TV wollte ich mit einer Abschrägung und einer zusätzlichen Glasscheibe einfügen. Auf der Unterseite waren bereits die TV-Halterung (ein kompliziertes Balkenkonstrukt) sowie Lautsprecher fürs Ambiente, und ein entsprechender HDMI und Klinken Eingang an den Seitenbrettern vorgesehen.
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Ich fand im Lager diesen coolen Retro ON-OFF Schalter, und wollte ihn verwenden, um die Elektronik unter dem Tisch damit komplett an und aus zu schalten.
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Mittlerweile hatte ich fast alle Bretter im Raum (lose) stehen. Für die ganze Bretter-schneide-Arbeit brauchte ich lediglich den Montag Vormittag…
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… denn noch am Nachmittag kam ein Freund @mogksens um mir beim Streichen des Raumes (lila war ja nicht so geil xD) zu helfen. Als Farbe wählte ich weiß für 3 Wände, und „Mandel“ für die Schräge. Da Mandel doch sehr hell war, mischten wir noch etwas braune Volltonfarbe hinzu.
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Nach 3 Stunden – um 19:40 war es dann vollbracht:
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Aber der Tag war für mich noch nicht ganz zu Ende. Nach einer kurzen Trockenzeit begann ich schonmal die ersten 3 Bretter (bis zur Steckdose, die in die Holzwand integriert werden sollte) anzuschrauben.
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Auch wenn der Montag ein langer und harter Arbeitstag war, begann der Dienstag doch mindestens genauso produktiv:
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Ich musste meinen Plan von der abgeschrägten TV-Einfassung aufgeben, da ich keine Ahnung hatte, wie ich die Schräge in Schön hinkriegen sollte… Nach kurzem Überlegen kam ich dann sogar noch auf die Idee, den übermächtigen Plastikrahmen des TVs zu entfernen, und lediglich das Display zu verbauen…
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… was sich als enorm sinnvoll herausstellte.
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Des Weiteren habe ich noch am selben Tag die Bretter vollständig angeschraubt und lasiert. Dazu habe ich eine transparente Lasur genommen, da ich wollte dass der alte Stil der Bretter erhalten bleibt.
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Der nächste Tag… Ich begann also mit den Seitenbrettern und deren „Amaturen“. Im Klartext:
Die Seitenbretter habe ich abgemessen, und die längeren 4 Stücke mit 45° Kanten geschnitten. Befestigt wurden die 8 Stücke mit Holzkleber und Metallwinkeln (ich kaufte 12 Stück für 4€ im Baumarkt, hatte aber noch mehr im Lager, die ich auch gebraucht habe)
Die „Amaturen“: USB-Ladeports oben rechts und unten links. Unten rechts sollten sich der HDMI Port und der „Master-Retro-Schalter“ befinden. (Natürlich konnte ich die Amaturen nicht direkt einbauen, da ich ja vorhatte, den ganzen Tisch noch zu schleifen und zu lackieren)
Das silberne in der Mitte links ist ein 12V Netzteil für den Audio-Reciever (2x15W) (der hoffentlich bald geliefert wird) dessen Lautsprecher (2 von meiner alten Logitech X-540) sind nicht im Bild. Ich habe beschlossen, den Audio-Reciever über den Kopfhörerausgang des TVs zu betreiben, somit brauche ich lediglich einen HDMI Port als Datenquelle. In der Mitte oben sind die einst in das TV-Gehäuse integrierten Lautsprecher zu sehen. Ich wollte diese im Einsatz behalten, um sicherzustellen, dass der TV einwandfrei funktioniert.
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Ich fand einen Weg, die TV Tasten ebenfalls in ein Seitenteil zu integrieren…
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… denn diese wurden lediglich mit einem 2-adrigen Kabel von der Hauptplatine weggeführt, das ich kurzerhand verlängerte. Dies ist die Befestigung, damit man die Tasten auch mit normalem Gegendruck drücken kann: (das Ganze wurde später noch mit 2 Tropfen Heißkleber fixiert)
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Den Tisch mühsam auf seine Beine gebracht…
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… einmal kurz getestet…
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… und dann ging es an das Schleifen…
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Es gab einige Löcher und Spalten im Holz, die ich mit ein paar Sägespäne und etwas Holzkleber zugespachtelt habe. Anschließend habe ich alles gesäubert und anschließend feucht abgewischt, um Klümpchen zu vermeiden.

Das Ergebnis des ersten Anstrichs (Farbe: „Nussbaum“) kann sich sehen lassen:
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Ich habe die helleren Bretter ebenfalls mit der selben Holzlasur gestrichen. Somit sehen die Bretter sich nun noch etwas ähnlicher.
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Nun… Der erste Tag an dem ich ein bisschen entspannt habe. (Da fällt mir gerade auf, dass Gott ebenfalls am 7. Tage geruht hat 😀 ) Nichts gesägt, der Tisch trocknet vor sich hin… Doch dann dachte ich mir, wieso nicht eine Weltkarte an die Wand zeichnen?! Also den Beamer aufgebaut, eine Schwarz-Weiß Karte (für guten Kontrast) genommen und mit dem Bleistift nachgezeichnet. Danach die Berge und Wälder hervorgehoben, und anschließend die Land-Wasser-Grenzen mit Edding nachgezogen. Das ganze ging enorm auf den Nacken und das Handgelenk, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen!
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Nach weiteren Lackierungen und etlichen Schichten Lasur, ist der Tisch soweit fertig. Am nächsten Spielabend haben wir ihn in den Raum getragen, ich habe die Beine, den Fernseher, die zusätzliche Glasplatte (eine alte Glasplatte die ich mit dem Glasschneider zurechtgeschnitten hatte) und die restlichen Komponenten installiert, und es lief alles von Anfang an glatt!

 


 

Hier ein paar Bilder vom fertigen Raum:

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Die Eck-Seiten:

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Im Einsatz:

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Nachtrag vom 27.7.:

Im Sommer wurde es mit aktivem Fernseher sehr schnell sehr warm im Raum. Daher habe ich mir Gedanken über einen praktischen Ersatz gemacht…

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Materialliste / Kosten

  • Den Tisch, die Eckbank und die alten Bretter hatte ich wie erwähnt kostenlos bekommen
  • Ebenso den Teppich
  • Werkzeug war alles im Lager bzw. in der Werkstatt vorhanden
  • Wandfarbe:
    • „Mandel“ war lediglich ein Rest vorhanden, den ich wie gesagt mit brauner Volltonfarbe (etwa 200ml) gemischt habe (<5€)
    • Das Weiß für die restlichen 3 Wände kostete 24,75€
  • Die Winkel zur Befestigung der Seitenbretter kosteten 4,45€
  • Das einzige Werkzeug was nicht in der Werkstatt vorhanden war, war der Glasschneider. Er kostete 7,95€
  • Die Holzlasur „Nussbaum“ (0,75l) kostete 10,85€
  • Fernseherabdeckung: Sperrholzplatte 60 x 120 x 4mm (wovon nur etwa 1/4 benutzt wurde) 9,99€

 


 

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